Eine fleischfressende Wanduhr wäre wohl selbst für den Trend-bewusstesten Inneneinrichter etwas Neues. Zwei Designer haben sich aber tatsächlich genau solch eine ungewöhnliche Erfindung ausgedacht.
Wer eine fleischfressende Wanduhr zu Hause hat, muss sich um das Kaufen neuer Batterien nie wieder Sorgen machen. Und auch mit dem Ärgern über lästige Fliegen wäre endgültig Schluss. Insgesamt also eine praktische Sache, obwohl sowohl das Design als auch die Funktionsweise doch eher gewöhnungsbedürftig sind. Sollte sich die Idee aber durchsetzen, könnten die Modelle der sogenannten „Flypaper Robotic Clock“ zu Sammleruhren der ganz besonderen Art werden.
Uhren sind schon eine tolle Erfindung, was würden wir nur ohne sie machen? Wer versteht heute schon noch etwas davon, die Zeit am Sonnenstand abzulesen?! Es ist schön, wenn ein kurzer Blick auf die Zeiger der Wanduhr genügt, um sich zu vergewissern, dass man sich noch für fünf Minuten hinsetzen kann, bevor man zur Arbeit muss. Das System funktioniert – bis zu dem Moment, an dem die Batterie nachlässt und die Uhr langsamer geht und schließlich ganz stehen bleibt.
Das soll mit der neuen Erfindung der Designer James Auger und Jimmy Loizeau nicht mehr passieren. Die beiden haben fleischfressende Roboter für den Haushalt entwickelt, zu denen unter anderem eine Uhr gehört, die Energie aus gefangenen Fliegen gewinnt. Wirklich schön anzusehen ist das Konstrukt noch nicht, aber angeben könnte man mit dem ungewöhnlichen Wandschmuck wohl schon, wenn auch vielleicht so sehr wie mit einer neuen Rolex.
Die „Flypaper Robotic Clock“ funktioniert im Grunde nach einem simplen System: Ein mit einer klebrigen Substanz behafteter Riemen fängt Fliegen nach dem Prinzip des Fliegenpapiers. Der Riemen wird bewegt und eine Spachtelvorrichtung am unteren Ende schabt das Insekt ab, das daraufhin in einen kleinen Behälter fällt. Dieser ist gefüllt mit einer Substanz, in der die Fliege in einer elektrochemischen Reaktion zersetzt wird. Die dabei entstehende Energie wird gespeichert und zum Antrieb für den Motor des Transportbandes und für die kleine digitale Uhr am unteren Ende des Roboters genutzt.
Nach einem ähnlichen Prinzip arbeitet auch eine von Auger und Loizeau entwickelte Lampe. Außerdem haben sie einen Tisch gebaut, der mit einer Fallvorrichtung in der Tischplatte Mäuse fangen und auch aus diesen Tierchen Strom erzeugen soll. Bisher existieren diese und andere Ideen aber wohl nur als Prototypen. Ob sich die gewöhnungsbedürftigen Erfindungen wirklich bis zum endgültigen Einstieg auf den Markt durchsetzen können, bleibt abzuwarten.